Das Handy
Donnerstagabend. Nichts zu tun. Nichts los. Nur Scheiße im Fernsehen.
Langeweile.
Dennis ist zu Besuch. Wir vertreiben uns die Zeit mit Saufe, Kiffen und Counter-Strike. Stellen uns die wichtigen Fragen dieser Welt: Lebt Elvis noch, und wenn ja in einem Altenheim? War JFK in Wirklichkeit schwarz? Was geschah mit Decron und Karl Koch? Ist 23 die Antwort auf alles? Schafft es Mainz 05 (05 Moment! 5 ist die quersumme von 23) mit dem neuen Trainer wieder in die erste Liga? Würde ein Kannibale vor seiner Hinrichtung auf dem Elektrischen Stuhl, als letzte Mahlzeit einen Typ serviert bekommen der vorher gegrillt wurde? Wo verstecken sich Zombies? Und was hat es mit dieser Wucherung auf meinen Schwanz auf sich? Kommt das von dem Piercing ?
Dennis beschließt, dass er jetzt gehen muss. Hat morgen ein wichtiges Treffen. Es geht um einen Groß Auftrag von IBM, er muss fit und ausgeschlafen sein. Ich bringe ihn zur Tür, wünsche viel Glück und schließe sie. Höre wie sein Handy klingelt, bin Müde gehe zu meinem Bett, mir wird Schwarz vor Augen, falle direkt ins Koma.
Drei Stunden Später.
Wache durch den Song “Wait and Bleed” von Slipknot auf. Wo kommt das her? Aus meinem Handy. Schaue auf die Digitaluhr neben meinem Bett. Es ist kurz nach zwei.
Wer zum Geier ist so verbrannt in seinem Hirn und ruft mich um diese Uhrzeit an?
Bin sauer, und greife zum Handy.
<<Was ist?>> frage ich angepisst.
<<Hallo.>> sagt ein leise schüchterne Stimme am anderen Ende.
<<Sag mal du Depp, weißt du spät wir es haben? Wer ist da überhaupt?>>
<<Wer ist da?>> fragt die Stimme.
<<Ich hab kein Bock auf solche Spielchen, wenn ich geweckt werde.>> Ich sehe mir das Display von meinem Handy an, und lese: Dennis.
<< Dennis, was soll der Scheiß?>> frage ich.
<<Hier ist nicht Dennis.>>
<<Ja, lustig.>> sage ich genervt und lege auf.
Es klingelt wieder.
<<Sag mal Dennis was soll denn das? Kannst du nicht schlafen vor Aufregung wegen morgen, oder bist du besoffen?>>
<<Hier ist nicht Dennis.>>
<<Und warum rufst du dann von seinem Handy aus an?>>
<<Ich hab das Handy gefunden.>>
Bevor ich antworte gehe ich kurz in mich und atme tief durch.
<<Du hast das Handy also gefunden…….Dennis es reicht jetzt!>>
<<Ich bin nicht dieser Scheiß Dennis, verflucht noch mal.>> schreit die Stimme.
Ich zünde mir eine Zigarette an.
<<Und wer bist du?>> frage ich, gelangweilt.
<<Kay. OK ich heiße Kay.>>
<<Du bist also der Kay, und du hast das Handy von meinem Kumpel Dennis gefunden. Und was willst du von mir?>>
<<Deine Nummer war die letzte, die gewählt wurde.>>
<<Und deswegen rufst du mich jetzt an?>>
<<Ja.>>
<<Gut…weißt du was, du bekommst jetzt von mir seine Festnetz-Nummer und dann rufst du morgen bei ihm an, und ihr könnt ausmachen wie du ihm sein Handy zurück geben kannst.>> Schlage ich ihm vor und gehe zum Kühlschrank, hole mir ein Flasche Wasser raus, und nehme einen Schluck.
<<Willst du nicht wissen, wo ich das Handy gefunden habe?>> fragt er.
<<Nein.>> Antworte ich.
<<Warum?>>
<<Weil ich schlafen will.>>
<<Ich hab es im Treppenhaus gefunden, direkt vor meiner Wohnungstür.>>
<<Interessiert mich nicht.>>
<<Warum?>>
<<Willst du mich verarschen oder was? ich sagte bereits, dass ich weiter schlafen will oder? Sag mal bist du schon mal auf die Idee gekommen das der Besitzer von diesem Handy vielleicht in deinem Haus wohnt, wenn es schon im Treppenhaus lag?>>
<< Nein der wohnt hier nicht, ich kenn hier jeden, und einen Dennis gibt es hier nicht.>>
<< Hast du was zu schreiben? Oder soll ich dir die Festnetz Nummer von ihm per SMS senden?>>
<<Sind Dennis und du gut befreundet?>>
<<Scheiße Verdammt. Du gehst mir auf den Sack! was soll die Scheiße? Was willst du eigentlich von mir?>> schreie ich.
<<Das weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht so genau.>> antwortet er.
Was für ein Arschloch, sage ich zu mir selbst.
<<Willst du jetzt seine Festnetz Nummer haben, oder nicht?>>
<<Ich glaube nicht, dass er das Handy noch gebrauchen kann.>>
<<Warum? Was hast du damit angestellt? Hast du es dir in Arsch geschoben, oder drauf gepisst?>> frage ich lachend.
<<Nein er sah nicht danach aus, als ob er es noch verwenden könnte.>>
Stille.
<<Was soll das jetzt heißen? Ich dacht du hast das Handy gefunden?>> frage ich verwirrt.
<<Hab ich auch.>>
<<Also. Was soll das jetzt?>> Immer noch verwirrt.
<< Naja, gefunden stimmt nicht ganz. Ich hab es aufgehoben, nachdem er es fallen ließ.>>
<< Versteh ich nicht. Du hast gesehen wie er es fallen lies und hast es dann aufgehoben, oder was?>>
<<So ähnlich.>>
<<Und warum hast du ihm nichts gesagt.>>
<<Da ging nicht.>>
<<Was warum?>>
<<Ich denke mal, nachdem ich mit ihm fertig war, hatte er einfach nicht mehr die Kraft auch nur noch irgendetwas zu machen.>> Sagt er mit eisiger Stimme.
Schon wieder Stille.
<<Was? Das ist jetzt ein schlechter Witz, oder?>>
<<Warum sollte ich Scherzen, Dirk?>>
Mein Adrenalinspiegel schießt in die Höhe.
<<Moment mal, woher kennst du meinen Namen? Dennis hat mich unter Haustür in seinem Adressbuch gespeichert?>> frage ich Stockend.
<<Er hat es mir gesagt………….kurz bevor ich seine Stimmbänder durch geschnitten habe.>>
<<Was hast du mit ihm gemacht? Wo ist er?>>
<<Sieh es dir doch einfach an, er liegt vor deiner Tür.>>
Ich renne zur Tür und reiße sie auf, dort liegt Dennis auf den Rücken mit durchgeschnittener Kehle, neben ihm eine riesige Blutlache die in den Teppich sickert. Ich stehe nur da und starre fassungslos auf den leblosen Leib meines guten Freundes Dennis und kann nicht glauben was ich da sehe. Ich kann mich nicht mehr auf den Beinen halten und sacke zusammen, das Handy immer noch am Ohr. Ich höre ein ständig wiederkehrendes “Hallo”. Ich reagiere erst als ich den Satz „ Na gefällt dir was du siehst” höre.
<<Du kranker Wichser was hast du gemacht>> schreie ich.
<<Dirk hör mir zu.>>
<<Scheiße.>>
<<Dirk dein Handy ist gar nicht an.>>
<<Was?>>
<<Dirk du redest schon die ganze Zeit mit dir selbst.>>
<<Was?>>
<<Na wer ist jetzt der kranke Wichser?>>
<<Was?>>
<<Gute Nacht Killer.>>
Oktober 11th, 2008 um 16:54
Die Erzählungs Art gefällt mir sehr gut, man kann sich gut in die Geschiechte rein versetzen.
November 12th, 2008 um 18:56
der versuch einen kranken wixer zu verstehen heißt sich selbst zu verstehen.
hat was