Leichte Beute
Rauschen, pulsierendes trommeln im Takt. Grelle Funkeninferni wechseln sich hektisch mit Visionen von schemenhaften Gestalten die sich träge im Nebel bewegen und sich unverständlich Artikulieren. Gestenreich unterhalten sie sich, fremdes Gebrabbel entweicht den Dämonenleichen Fratzen mit triefenden, langen Reiszähnen. Hämisch geckend und lachend zeigen Sie auf den Betrachter. Horrorvisionen und ein beispielloses Gefühl der Angst, Beklommenheit, Hilflosigkeit und Verzweiflung tun sich auf.
Alles erscheint surreal, aber auch erschreckend echt und vertraut, doch trotzdem irgendwie falsch. Sie kommen näher, was haben sie nur vor? Der Versuch die Muskeln anzuspannen, eine Kontraktion zu erzwingen, hochzuschnellen und schnellstmöglich zu fliehen, einfach nur weg, weg, weit weg, schlägt Fehl. Der Wunsch dem Grauen zu entfliehen ist im Moment grösser als alles andere. Noch mal, nicht aufgeben und es wieder versuchen, alles ist besser als regungslos das hinzunehmen was da kommt.
Nichts…
Sie sind nun so nahe das das Licht sich verdunkelt. Ein leises wimmern entfährt seinen trockenen und rissigen Lippen, zu mehr ist er nicht im Stande. Völlig gelähmt und mit einem wachsenden Gefühl der Resignation lässt er es geschehen, hoffentlich geht es schnell. Etwas nähert sich seinem Gesicht, das meckern und schnattern der Dämonen wird lauter. Jetzt nimmt er eine lange schwarze Klaue wahr, sie ist direkt vor seinen Augen. Oh Gott, sie setzt auf seiner Wange auf…
Schwärze, das letzte was er Wahrnimmt ist absolute Dunkelheit. Dankbar lässt er sich hinein gleiten. Kein Schmerz, keine Angst, einfach nur absolute Gleichgültigkeit. Fühlt sich so das sterben an?
Matthias öffnet die Augen. Geblendet und mit einem grunzen auf den Lippen schließt er sie gleich wieder zu Schlitzen und sieht aus den mit Gardienen verhangenen Fenstern hinaus. “Scheiße, wie spät ist es eigentlich,” denkt er sich. Der drang zu Urinieren tut sich auf. Mit einem Schädel der fünfmal so groß wie normal zu sein scheint schleift er los. Während der Erleichterung nimmt er aus den Augenwinkeln etwas ungewohntes im Spiegel wahr und widmet sich ganz seinem Gegenüber. In grossen schwarzen Lettern steht im unter anderem groß “ARSCH” auf seiner Stirn.
Während er leise Flüche und Todesdrohungen murmelt und versucht den Schund mit Seife zu entfernen, kommt ihm der kluge Gedanke, daß man seine Gäste wohl nach Hause schicken sollte, bevor man ins Alkohol Koma fällt.